#075 Umweltbaustellen: Im Einsatz für die Berge | feature

Shownotes

Steine schleppen, Unkraut reißen, Wege bauen. Bei den Umweltbaustellen der Alpenvereinsjugend arbeiten Jugendliche in Österreich gemeinsam und ehrenamtlich in der Natur - seit 40 Jahren. Die Projekte sind fast immer ausgebucht. Was macht dieses Engagement für die Berge so attraktiv und was bleibt, wenn ein Projekt vorbei ist?

In diesem Feature von Michel Mehle gehen wir der Frage nach, was wir mit unserem Einsatz für andere verändern können. Und wie dieser Einsatz auch uns verändern kann.

Themen im Podcast

  • 40 Jahre Umweltbaustelle: Wie aus einer Idee der 1980er-Jahre ein Erfolgsmodell des Alpenvereins wurde
  • Was Jugendliche auf Umweltbaustellen konkret für die alpine Landschaft tun
  • Was unsere Bergwelt bei ausbleibendem Einsatz verliert
  • Mehr als Naturschutz: Wie eine gemeinsame Woche Menschen mit der Bergwelt und miteinander verbindet

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Mehr zu "40 Jahre Umweltbaustelle" in unserem aktuellen Bergauf-Magazin: www.alpenverein.at

Das alpenverein basecamp wird unterstützt von der Generali

Transkript anzeigen

00:00:00: Das ist wirklich wichtig, dass die Latschen ausgerissen werden.

00:00:04: Weil sonst wird die ganze Weide ja immer mehr zuwachsen oder?

00:00:08: Es war für mich so ein Thema, wo ich mir gedacht habe wir schaffen müssen für Jugendliche, sechzehnjährige, achtzehnjährige, zwanzigjährige Programme anzubieten.

00:00:18: Die neben dem Bergsteigen sagen das nur mal beim Malpenverein.

00:00:24: Also es ist im weitesten Sinne eigentlich in Österreich alles Kulturlandschaft Und die gilt es halt natürlich mit ihren speziellen Lebensräumen und mit ihren speziellen Ökosystemen auch zu kultivieren.

00:00:37: Ich fand's voll spannend, dass man sich ein bisschen bewusst wird, wie viel Arbeit das ganze Jahr übereingesteckt wird in die Berge generell um sie weiterhin nutzbar zu machen für die Menschen.

00:00:50: Das hab ich noch nie miterlebt eigentlich, das ist nicht sehr spannend.

00:00:56: Altenverein Basecamp Der Podcast des österreichischen Alpenvereins.

00:01:05: Das Themen der Höhe in die Tiefe gehen.

00:01:09: Dieser Podcast wird ihn präsentiert von der Generali.

00:01:14: Die ganzen Leute, wo sie da außen sind... Jetzt sieht man auch hier und auch hier aus.

00:01:19: Wir probieren quasi alle auszureißen.

00:01:22: Schauen wir uns die dann nicht.

00:01:23: die ganze Weide übersehen da?

00:01:26: Also wir reißen es eigentlich und schneiden die großen weg.

00:01:28: Den kleinen!

00:01:30: Da kann man mit der Hand rausreißen Und die Großen müssen wir abzwickern, mit der Zwicker.

00:01:37: Aber die Kleinen gehen leicht raus und dann ist die Weide wieder halbwegs in

00:01:43: Schuss.".

00:01:46: Eine Almwiese am Solsteinhaus – eine Hütte vom Alpenverein Innsbruck im Karwendel in Tirol.

00:01:52: Studentin Vicky und Schäfer Friedl zeigen mir wie man eine Wiese von jungen Ladschen also Legförren befreit.

00:01:59: Die schauen gerade noch spitz- und dunkelgrün aus dem Gras!

00:02:03: Fast wie kleine Christbäume.

00:02:06: Mit einem Ruck kommen die daraus!

00:02:08: Und wir Frieden hat unseren Trick erzählt für die Kleinen, dass man so ein-zwei Mal dran reißt und das so ein bisschen ruckelt also quasi so schüttallerst konzieht weil dann hat man glaube ich auch jetzt nicht die Wurzel Wahrscheinlichkeit, dass was mit der Wurt geworst.

00:02:22: Das sind denn die Tricks, Gil?

00:02:27: Wir sind eine Gruppe von neun.

00:02:29: Sieben junge Erwachsene Schäferfriedl und ich.

00:02:33: Zusammen bilden wir eine sogenannte Umweltbaustelle des Alpenvereins.

00:02:39: In ganz Österreich arbeiten Gruppen von Jugendlichen wie hier, eine Woche in der Natur.

00:02:44: Der Alpenverein koordiniert jedes Jahr rund zwanzig solcher Umweltbaustellen bei denen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechzehn- und dreißig Jahren gemeinsam draußen arbeiten.

00:02:55: Weideflächenschwänden, Wegeausbessern und Landschaften renaturieren.

00:02:59: Handarbeit für unsere Bergwelt.

00:03:03: Auf den Zürcher Almen ist Schäfer Friedl Knall seit sechzehn Jahren für das Programm mitverantwortlich.

00:03:09: Mir gefällt die Arbeit, oder?

00:03:11: Mit Jugendlichen,

00:03:12: oder?!

00:03:13: Die sind voll motiviert immer und es ist wirklich wichtig dass die Weide pflege oder die Latschen ausgerissen werden.

00:03:22: Das ist eine von der wichtigsten Sachen, weil sonst wird das... ...die ganze Weide ja immer mehr zuwachsen, oder!

00:03:29: Und er ist auch für die Umwelt auch, Wenn die Alpen sind, dann haben die Leute auch nichts mehr davon.

00:03:38: So haben sie ein bisschen grüne Wiesen und ein paar Blumen oder nicht leile Arten.

00:03:44: Willkommen im Alpenverein Basecamp!

00:03:46: Mein Name ist Michelle Mehle.

00:03:49: Seit vierzig Jahren geben Jugendliche in Österreich ehrenamtlich eine Woche ihrer Zeit für Projekte in der Natur – In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Alpenverein.

00:04:01: Die erste Umweltbaustelle, Ninze sechsen achtzig hat noch frische Müllberge von der Pasteur geräumt.

00:04:09: Seitdem ist viel passiert – auch im Naturschutz!

00:04:14: In dieser Folge schauen wir uns an welchen Impact wir auf Natur haben können und was dieser Impact auch bei uns verändern kann.

00:04:24: Von der Zeit muss man sagen das war eine sehr jugendbewegte Zeit.

00:04:29: Die Dinge werden dir vielleicht nicht mehr so viel sagen.

00:04:31: Der NATO-Doppelbeschluss, die Friedensbewegung und der zweite Bewegung war die Umweltbewegungen, die gar zu entstanden ist.

00:04:39: Man kannte es das Datum, den Widerstand gegen das Donau kraftwerkt.

00:04:48: Louis Töchterle war viele Jahre leitend bei der Alpenvereinsjugend und ist einer der Erfinder der Umweltbaustelle.

00:04:55: Ich treffe ihn in seinem Zuhause einem Bauernhaus in Neustift im Stubeital.

00:05:00: Beim Louis spüre ich gleich beim Reinkommen seine Neugier und seine Offenheit, die ihn wohl schon in den neunzehnachtziger Jahren bewegt haben, die Jugendarbeit am Alpenverein zu verändern – weg vom klassischen Fahrt- und Heimabend hin zur neuen Generation.

00:05:16: Das war für mich so ein Thema, wo ich mir gedacht habe wir schaffen müssen für jugendliche, sechzehnjährige, achtzehnjährige, zwanzigjährige Programme anzubieten Nebendem Bergsteigen sagen, dass du mal beim Alpenverein.

00:05:31: Das war so ein bisschen die latente Suche von mir und da habe ich dann keinen genialen Gesprächspartner

00:05:38: gefunden.".

00:05:39: Gemeinsam mit dem Oberösterreicher Kurt Rosmann initiiert Louis die erste Umweltbaustelle.

00:05:44: Die zwar nicht zustande kommt – im Jahr drauf, in den Jungen fahren Jugendliche aber zum ersten Mal für zwei Wochen in die hohen Tauern!

00:05:53: In Innerkschlöss am Fuße des Großvenedigers bekommt eine kleine Selbstversorgerhütte der Alpenverein-Sektion Mertrae ein neues Schindeldach.

00:06:02: Und in der Gamsgrube, einem streng geschützten Gebiet oberhalb der Pasterze werden Wege abgebaut – Luistöchterle!

00:06:09: Da sind verschiedene Wege durchgegangen und unser Idee war das zu bündeln eine Besucherlenkung, wenn man so will auf einen Weg.

00:06:17: Die anderen Wege so verbauen dass da die Leute nicht mehr eingehen vielleicht auch noch in den Verzaufern aufstellen und das war die Idee für diese erste Umweltbaustelle.

00:06:27: Beide Projekte sind auf Anhieb ein Erfolg.

00:06:30: bis heute sind die vielen Umweltbausstellen der Alpenvereinsjugend jedes Jahr ausgebucht.

00:06:36: Ein sogenannter Selbstläufer

00:06:39: Weil einfach die Idee Naturschutz- und Umweltsbildungsmaßnahmen zusammenzubringen.

00:06:44: Er hat einfach immer Aktuelles.

00:06:47: Und es gibt immer Leute, denen liegt das am Herzen und die scheren sich um diese Räume und diese Gebiete und wollen ihnen was zurückgeben.

00:06:57: Ich glaub', das zieht einfach!

00:06:59: Lisa Quendler ist dem Team der Bundesjugendeleitung dass die bundesweite Jugendarbeit im österreichischen Alpenverein koordiniert.

00:07:06: Vor circa zehn Jahren war sie selbst als Teilnehmerin auf einer Umweltbau-Stelle.

00:07:11: Bei Stokkarau hat sie verbuschte Wiesen zurückgeschnitten, um einem ganz eigenen Ökosystem wieder auf die Beine zu helfen.

00:07:18: Dem Trockenrasen!

00:07:19: Ein extrem artenreicher Lebensraum in Österreich – der Pflanzen und Tiere beherbergt, die mit Hitze und wenig Nährstoffe zurechtkommen.

00:07:28: Selten Orchidänarten etwa.

00:07:29: Also diese entsprechende Orchideanat gibt es anscheinend wirklich nur in diesen Trocken-Rasenflächen.

00:07:36: Und wenn man die eben nicht erhält würden's halt irgendwann verschwinden Weil in Österreich ist halt recht wenig, also tatsächlich ungerührte Natur haben wir in Österreich ja kaum mehr.

00:07:49: Also es ist im weitesten Sinne eigentlich in Österreich alles Kulturlandschaft und die gilt's halt natürlich mit ihren speziellen Lebensräumen und mit ihren speziellen Ökosystemen

00:08:02: auch

00:08:02: zu kultivieren und auch quasi zu bearbeiten und irgendwie zu schauen dass sie dann durchaus auch ihren Lebensraum und ihre Berechtigung wiederhaben.

00:08:11: Mittlerweile koordiniert die Alpenvereinsjugend rund zwanzig Umweltbaustellen im Jahr.

00:08:16: Die Natur- und Kulturlandschaft gemeinsam im Blick haben – es werden Bergwiesen kalkt, Neofüten bekämpft oder Wasserkreben erneuert.

00:08:25: Eine Umweltbaustelle initiieren kann dabei jede und jeder, die ein sinnvolles Projekt in der Natur hat, Unterkunft und Verpflegung bieten kann und den Kriterien des Alpenforeins entspricht.

00:08:36: Die Kurse sind fast immer ausgebucht!

00:08:39: Für Erwachsener ab achtzehn Jahren wurde deshalb in den Neunzigern ein ähnliches Programm aufgesetzt.

00:08:45: Die Bergwald-Projekte und die Familienbergwaldprojekte, in der Abteilung Naturschutz.

00:08:50: Weil dieses Micro Volunteering mit diesen kurzen Ansätzen halt auch echt im Zeitgeist entsprechen?

00:08:58: Weil es halt immer weniger Leute gibt, die sagen oh ja da werde ich jetzt funktionär und da bin ich eins für die nächsten!

00:09:03: je nach Wahlperiode drei, vier, fünf, sechs Jahre unter Anführungszeichen verhaftet und da muss ich.

00:09:10: Und dann bin ich verpflichtet und die Zeit können oder wollen Leute oft nicht mehr aufbringen.

00:09:15: aber eben für so konkrete Abschnitte wie eine Woche oder ein paar Tage sind die Leuten schon bereit wieder mitzutun und Verantwortung zu übernehmen und Aufgaben zu übernehmen und konkret was zu

00:09:27: tun.".

00:09:28: Die Idee beim Alpenverein draußen mit zu tun wird dieses Jahr vierzig Jahre alt.

00:09:35: Welche Zeitspanne das ist?

00:09:37: Das bekomme ich bei meiner Recherche am eigenen Leib zu spüren, auf der Suche nach einem Gerät nämlich dass eine DVD mit TV-Beiträgen über vergangene Umweltbaustellen abspielen kann.

00:09:48: in der sogenannten Wunderkammer im Elternhaus meiner Freundin zwischen einem Teppich und zwei Yogamatten finde ich noch einen alten Recorder.

00:09:57: Glück gehabt Münchner Freiheit raus!

00:09:59: DVD rein.

00:10:01: Der Bildschirm flimmert voller schwarz-weißer Ameisen.

00:10:05: Dann startet der Film.

00:10:06: Ein etwas jüngerer Louis Töchterle meldet sich zu Wort.

00:10:10: Hallo, ich bin der Luis

00:10:12: und erzähl euch kurz was über

00:10:13: Umweltbaustellen...

00:10:15: Und wie funktioniert die Bildung?

00:10:16: Das war für mich immer eine große Frage.

00:10:19: Wie wird Bildung nachhaltig wirksam begeisternd und nimmt die Leute mit?

00:10:26: Und da war für mir einfach klar das muss sehr teilnehmerorientiert sein!

00:10:30: Sie zu belehren, oder auch diese Wörter jemandem was beibringen.

00:10:34: Das ist für mich Gift!

00:10:36: Für eine pädagogische Vorstellung über Lernen.

00:10:39: Man kann nicht jemandem etwas beibringen.

00:10:42: Da ist alles Opfer, dem ich etwas beibobe.

00:10:45: Sondern der muss etwas lernen wollen und wenn er etwas lernen will, dann kann ich vielleicht einen Beitrag leisten dafür.

00:10:55: Ich sehe so ein bisschen als Aktivurlaub weil... Ich bin gerne in den Bergen und in der Natur.

00:11:02: Und es ist aber, finde ich schon auch ein bisschen teuer, wenn man so fünf Nächte auf einer Hütte schlaft und so.

00:11:09: Hier kriegt man ja Kostümloschie als Tauschhandel quasi dafür, dass man hilft.

00:11:14: Das ist eigentlich also ein sehr cooles System.

00:11:17: Siri Meimburg ist XXVI aus Salzburg und zum zweiten Mal auf einer Umfeldbaustelle.

00:11:24: Das erste Mal war sie auf der Ferienwiese in Weißbach bei Lofa und hat dort eine Waldlichtung von Kletterpflanzen befreit, um den Lebensraum für gefährderte Schmetterlinge wie den Gelbringfalter zu erhalten.

00:11:37: Das hat ja so gut gefallen, dass sie sich dieses Jahr den Ladschen auf den Zähleralmen widmend – für die rund vierhundert Schafe, die hier oben weiben genauso wie für uns Wandernde!

00:11:48: Ich finde es macht sehr Spaß, weil man sieht so direkt das Resultat von deiner Arbeit.

00:11:52: Du siehst halt erst einen Alm mit vielen kleinen Ladschern Und Steinen und Holz.

00:11:58: Am Ende ist das freigeräumte Alm zufriedenstellend.

00:12:04: Es ist auch nett, wenn man mit den Leuten quasi quatscht, mit denen wir arbeiten.

00:12:09: Dann kann man weggehen bis sie für sich sein.

00:12:12: Man kann den Gedanken freien Lauf lassen und tut was mit die Hände ...

00:12:18: Ja, super!

00:12:20: Angefeuert von Schiefer Friedl's Lobeshündin Befreien die Jugendlichen und ich nach und nach den ganzen Hang von Latschen.

00:12:27: Wir räumen größere Steine und Äste weg, reparieren eine kleine Tränke für die Tiere.

00:12:33: Mittagpause haben wir uns verdient.

00:12:38: Die ganze Abfahrt ist sauber.

00:12:42: Das sind zehn Jahre Ruhe da.

00:12:47: Trotz Nieselregen hat unsere Umweltbaustelle die Weide von Ladschen befreit.

00:12:53: Zehn Jahre bleibt sie jetzt sicher erhalten!

00:12:56: Weil einige junge Erwachsene drei Stunden gemeinsam gewerkt haben.

00:13:01: Er schaut aufgeräumt aus und lustig war es auch.

00:13:05: Schäfer Friedl ist in Feierlaune!

00:13:07: So, jetzt gehen wir hin.

00:13:09: Ein Schnapsal trinken wir uns mal, ein Zirmschnapsal für das Verkriegel und eine Kuchenemami.

00:13:17: Für den Rest des Tages lassen wir's dann gut sein.

00:13:20: Der Regen wird stärker und es liegen ja noch Arbeitstage vor uns.

00:13:24: Den Nachmittag verbummeln wir mit einem kleinen Spaziergang und Kartenspielen auf dem Solsteinhaus.

00:13:30: Die Gruppe ist auf den ersten Blick recht unterschiedlich.

00:13:33: Vicky und Ciri sind Studentinnen aus Salzburg, Jonas arbeitet schon als Bauingenieur in Tirol, Finn ist achtzend und extra aus Rostock angereist weil er die Zeit in den Bergen verbringen möchte.

00:13:45: Simon studiert IT in Wien und Paula ist überhaupt erst sechzehn und geht noch in Bayern zur Schule.

00:13:52: Und trotzdem wenn ich sie zusammen sehe Denn ist es eine Gruppe, die aufeinanderschaut.

00:13:58: Findet auch Schäfer Friedl.

00:14:00: Mit Jugendlichen war das einfach ein Erlebnis.

00:14:04: Darum raffelt man mich wirklich auch.

00:14:06: Da musst du volle Mieter an.

00:14:10: Du musst der Beste sein oder weiss, wenn sie die bessern?

00:14:14: Weil sie einfach nicht sind.

00:14:16: Aber das ist ja gut so.

00:14:18: Aber trotzdem machen wir ihre Arbeit näher.

00:14:21: Das ist ja Wahnsinn!

00:14:23: Mit drei, vier Leuten schaffst du das nie?

00:14:26: Da gibts gleich auch.

00:14:28: Das ist bei der Umweltbaustelle so eine gute.

00:14:33: Ganz der Alte sagen die Menschen wenn einer isst als wie er jung war.

00:14:39: Fünfundsiebzig wird der Friedl dieses Jahr.

00:14:42: Seit seiner Pensionierung hilft er bei der Umweltbaustellung auf den Zürcher Almen mit.

00:14:48: Seit sechzehn Jahren leitet er sie gemeinsam mit Nora Lenners und Maximilian Kurzthaler von der Alpenvereinsjugend.

00:14:53: dass er einmal nicht mehr kommt Das ist die große Sorge von allen, die von seiner Art und von seiner Arbeit profitieren.

00:15:03: Denn ohne einen Friedl- und seine Umweltbaustelle – das ist klar!

00:15:07: Könnt es auf den Zirleralmen ganz anders aussehen?

00:15:13: Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von der Generali.

00:15:21: Ich bin da mit Leib und Zählen rütteln.

00:15:27: Das Fisch legt man um, dass er so aromisch dass die Zeiten ausnutzt werden, die Flächen ausnutzen.

00:15:35: Das ist mir

00:15:36: wichtig.".

00:15:36: Nur einhundert Meter vom Solsteinhaus liegt die kleine Hütte von Hirta Martin Seiler – einen Raum mit Eckbank und Holzofen, einer Lampe, einem Teekessel an der Wand das gemahlte Porträt eines Schäfers.

00:15:52: Martin hütert die rund vierhundert Schafe, die ihm die Schäfer jeden Sommer auf die Weide geben.

00:15:57: Von ihrer Wolle hat er seinen braunen Filzhut, und vielleicht auch seine freundliche Art.

00:16:04: Allein die Schwierigkeiten, mit denen er es hier auf der Alm zu kämpfen hat – die kommen wohl von woanders!

00:16:11: Wir haben natürlich eine Haarschapel gesagt oder da ist viel zu wenig Vieh.

00:16:15: Das ist ja durch ein Strukturwandel in der ganzen Landwirtschaft europaweit so, oder?

00:16:20: Und so trifft man sich auch.

00:16:21: die Almen werden indem sie nicht weniger sind aber das Vieh wird weniger.

00:16:25: Die wusstest du zum onekligen Ofrist.

00:16:28: Somit verbuscht das immer mehr.

00:16:30: Klima, Wärme und Spülter dazu.

00:16:32: Die Waldgrenze steigt.

00:16:34: Und somit ist ja eine super Wachstum.

00:16:36: Sie sind dann wegführen.

00:16:39: Die wachsen ja auf fünf, sechs, sieben Zentimeter im Jahr.

00:16:42: Wenn man so was in zehn Jahren los ist, ist es schon gewaltig.

00:16:46: Die Bläubenfreien muss auch die Steige freischneiden oder?

00:16:49: Weil die wachsen auch zu.

00:16:50: Wir haben was nachher für unsere Worte schauen.

00:16:55: Die Landschaft um Martin's Hirtenhütte könnte einem Werbeprospekt entsprungen sein.

00:17:00: Gelbes und hellgrünes Gras, ein paar Pferde scharfe.

00:17:05: Dazu die Berggipfel des Karwendel im Abendlicht – doch das Hedö trügt!

00:17:12: Zwei Tausend Hektar haben die Zähleralmen, ein riesiges Gebiet.

00:17:17: Über die Hälfte davon ist bereits verbuscht.

00:17:21: Das Wurzelwerk der Zuntern also der Ladschen ist so stark dass die Wiese darunter auf fünfzig Jahre unbrauchbar.

00:17:29: Sie reichen schon, bis an das steinende Plateau des Sohlsteins.

00:17:35: Ohne die Umweltbaustelle wäre hier bald alles

00:17:45: zu.

00:17:55: Ein

00:17:55: bisschen zu

00:18:01: wenig Vieh kommt.

00:18:02: Aber wenn du denkst, was da früh an Vieh war ... Da ist eine Sonne im Juli die Weide fertig, oder?

00:18:10: Aber das war nicht dabei, weil es früher viel mehr weide war!

00:18:13: Die Problematik ist vielschichtig und auch die Umweltbaustelle des Alpenvereins wird sie nicht lösen.

00:18:21: Stellenweise kann sie aber helfen ein Stück alpine Landschaft zu erhalten – oder einen Beruf.

00:18:29: Ohne die jährliche Arbeit der Jugendlichen wäre hier vielleicht schon weitgehend Latschenwald.

00:18:34: Vielleicht gäbe es noch hundert Schafe unten im Tal und keinen Hirt mehr, vielleicht wäre das Solsteinhaus nicht mehr ganz so oft ausgebucht – und eine Renovierung irgendwann nicht mehr lohnenswert?

00:18:49: Die Erfahrung jemand in seiner Existenz zu helfen ist etwas was man als junger Mensch nicht so schnell macht.

00:18:55: Vielleicht überhaupt als Mensch!

00:18:59: Mit Dingen, die man kann Und mit einer Woche Zeit, die man dafür gibt.

00:19:05: Studentin Siri?

00:19:07: Ich fand es voll spannend auch so einfach dass man sich bis sie bewusst wird eben wie viel Arbeit das ganze Jahr übereingesteckt wird in die Berge generell um sie irgendwie weiterhin auch nutzbar zu machen für die Menschen und irgendwie Wege zu pflegen zum Beispiel eben Eimen zu pflegen, die ganzen Hütten hier sind und das geht halt nicht von allein.

00:19:29: Aber es ist natürlich auch für uns, weil die coole Gelegenheit hat dass wir das mal miterleben dürfen wie das ist so einem Abtrieb oder wie das heißt Schafabtrieb mit den Schafen.

00:19:38: also wir gehen dann halt am Samstag mit den scharfen Von Heroben und mit den Charfern und ein runter ins Tal Und das habe ich noch nie miterlebt.

00:19:47: eigentlich, das finde ich sehr spannend!

00:19:49: Und natürlich mit dem Schafes ist es sehr nett.

00:19:51: Die kommen dann immer her Schauen, was wir da machen.

00:19:55: Kuscheln manchmal.

00:19:56: Manche mögen das, manche

00:19:57: nicht.".

00:19:59: Es heißt Abschied nehmen!

00:20:01: Für mich geht es für den Podcast schon etwas früher zurück ins Tal.

00:20:06: Friedl, Vicky, Siri, Nora, Jonas, Simon, Paula und Finn bleiben noch zwei Tage zum Mithilfen oben.

00:20:13: Dann treiben sie gemeinsam mit den Schäfern die Tiere ins Tal – die den Abschluss des Sommers mit dem klassischen Batolomé festfeiern.

00:20:22: Die Gruppe nimmt mich in den Arm.

00:20:24: Jede und jeder hat noch etwas Nettes zu sagen.

00:20:28: Wie schnell man sich mit einer Welt verbindet, wenn man sie nicht nur besucht sondern auch etwas von sich gibt – das war irgendwie meine Idee für den Podcast!

00:20:36: Wie schnell Man sich dabei aber auch mit Menschen verbindet?

00:20:41: Das habe ich nicht geplant.

00:20:42: Das hab' ich erlebt.

00:20:45: Vielleicht ist das ja das Geheimnis, warum die Umweltbaustelle im Alpenverein seit vierzig Jahren noch immer so ein Selbstläufer sind….

00:21:09: der Podcast des österreichischen Alpenvereins in Zusammenarbeit mit der Generale.

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