#076 Die einzigartige Geschichte der Bonn-Matreier-Hütte | feature

Shownotes

In dieser Episode geht es um ein echtes Unikat im Alpenraum: die Bonn-Matreier-Hütte auf rund 2.750 Metern in der Venedigergruppe. Besonders ist nicht nur ihre Lage, sondern ihre Geschichte: Die Hütte wird gemeinsam von der ÖAV-Sektion Matrei in Osttirol und der DAV-Sektion Bonn getragen. Eine ungewöhnliche Partnerschaft, deren Wurzeln in den Grenzverschiebungen nach 1919 liegen.

Wir sprechen über hochalpine Logistik, drei Generationen Familienbetrieb und die Frage, wie sich Gastlichkeit und bergsportliche Verantwortung unter einen Hut bringen lassen.

Themen im Podcast:

  • Eine einzigartige Doppelträgerschaft: Warum die Kooperation zwischen der DAV-Sektion Bonn und der ÖAV-Sektion Matrei i. O. im gesamten Alpenraum einmalig ist
  • Aus Verlust wird Kooperation: Wie der Verlust des Bonner Stützpunkts in Südtirol nach 1919 zum Bau der Hütte in den Jahren 1931/1932 führte
  • Leben und Arbeiten auf 2.750 Metern: Einblicke in den Pächterinnen-Alltag eines Familienbetriebs über drei Generationen zwischen Gästebetreuung, Materialseilbahn und Rettungseinsätzen
  • Spannungsfeld Umbau und Naturschutz: Die Gratwanderung zwischen moderner Infrastruktur (Energie, Abwasser, Hygiene) und dem Erhalt des Hüttencharakters im Nationalpark Hohe Tauern
  • Besonderes Highlight: Die Felsenkapelle an der Hütte gilt als die höchste der Ostalpen

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Das alpenverein basecamp wird unterstützt von der Generali.

Transkript anzeigen

00:00:00: Also, normalerweise schaue ich mir die Wege selbst an.

00:00:05: Ich gehe selber immer wieder auf Hornferde-Gipfel zum Schauen wie die Verhältnisse sind und die Infos gebe natürlich anderen Gästen weiter.

00:00:15: Und als ich dann mit dem Studium fertig war, habe ich mir gedacht, ich arbeite gemeinsam auf der Hütte und so bin ich auf die Bannmattreihütte gekommen.

00:00:24: Er sagt so, sie sitzen im Bahn, seien weit weg von einer Hüte.

00:00:28: Deswegen lassen sie uns sozusagen die Arbeit über

00:00:31: und

00:00:31: wenn wir Entscheidungen treffen, dann stehen Sie eigentlich hinter den Entscheidungen.

00:01:03: Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von der Generali.

00:01:09: Mehr als zweihundertzwanzig alpine Schutzhütten befinden sich in der Obhut des österreichischen Alpenvereins.

00:01:17: Viele von ihnen haben bereits eine lange und wechselvolle Geschichte Und die Häuser stehen vor großen Herausforderungen.

00:01:25: Die Alpen verändern sich in rasanter Geschwindigkeit.

00:01:29: Hüttenwirtinnen- und PächterInnen organisieren schon jetzt die Zukunft unterstützt von einer großen Schar ehrenamtlicher Helfer.

00:01:39: Das Basecamp stellt in dieser Reihe einige Hütten vor, ihre Betreiber und die Besonderheiten Alpenvereinshütten Backstage Die Bonn-Mattreier-Hütte Ein Feature von Jörg Wundram.

00:01:57: Wasser Auf zwei Tausend Siebenhundertfünfzig Metern Höhe ist es keine Selbstverständlichkeit.

00:02:04: Es kommt nicht einfach aus dem Hahn Es rauscht aus einer Quelle.

00:02:10: Andreas Reiner beugt sich über die große Zisterne der Bonn-Mattreierhütte, die vor gar nicht allzu langer Zeit entstanden ist.

00:02:18: Seit fünf Jahren bewirtschaftet Andi Reiner gemeinsam mit seiner Familie das Alpinischschutzhaus im Osterola Filgenthal – eine Hütte die zunehmend ein Wasserproblem hat.

00:02:30: Wir haben in den ersten Jahren so extremer Druck nach Sommer.

00:02:36: Da war am achtzehnten Juli kein Tropfen Wassermein in der Quelle.

00:02:43: Und da haben wir dann gestartet, aber später komplett alles mit der Seilbahn, das komplette Wasser mit der seilbahn zur Hütte zu liefern.

00:02:54: Jeden Tag circa dreitausend viertausend Liter und ja nur mithilfe von den Einheimischen wurde es halt noch möglich.

00:03:04: Das heißt, ihr habt da auch ein großes Netzwerk, das euch auf die eine oder andere Weise sehr unterstützt.

00:03:11: Weil ohne die Leute ging's dann nicht.

00:03:14: Also wir haben einen guten Kontakt zu den Bauern im Tal und wir helfen uns gegenseitig.

00:03:30: Drei bis viertausend Liter – jeden Tag!

00:03:34: Das sind gut zwanzig mit wassergefüllter Badewannen Wasser zum Kochen, zum Trinken und zum Waschen.

00:03:42: Für die Menschen, die hier arbeiten – und für diejenigen, die nach Stunden des Aufstiegs ankommen!

00:03:49: Die Bonn-Mattreierhütte steht hoch über dem Völgental ein Schutzhaus in exponierter Lage und eines mit einer ungewöhnlichen Geschichte.

00:04:00: Seit nineteenhundertzweiunddreißig tragen zwei Alpenvereinssektionen dieses Haus gemeinsam Die Sektion Mattrei in Osttirol des österreichischen Alpenvereins und die Sektionsbonn des deutschen Alpen Vereins.

00:04:27: Ein alpines Schutzhaus wie die Bonn-Mattreierhütte bewirtschaftet niemand allein, schon gar nicht zu Beginn einer Saison.

00:04:36: Dann wird geputzt, vorbereitet eingeräumt.

00:04:39: Lebensmittel und Material kommen hinauf Die ersten Gäste auch.

00:04:45: Mittendrin Andreas Reiner, Andi, neununddreißig Jahre alt aus Prägraten am Ende des Fürgentals.

00:04:55: Seit fünf Jahren ist er Hüttenwirt auf der Bonmatt-Reierhütte und wenn er von seiner Aufgabe erzählt dauert es nicht lange bis er von seine Familie spricht.

00:05:05: Andreas ich habe eben noch deine Eltern kennenlernen dürfen.

00:05:08: Ihr seid ein mehr Generationenhaus, wie man so möchte.

00:05:11: Also hier die ganze Familie hilft damit zusammen, damit ihr diese Hütte so bewirtschaftet, wie ihr sie bewirtschaftelt.

00:05:21: Verstehst du das auch so?

00:05:22: Generationenübergreifend...

00:05:24: Ja ich denke es ist extrem wichtig wenn man aus der Hütter fährt dass die Eltern oder die komplette Familie hinter einem steht und da bisschen mithilft.

00:05:36: Beim Herichten, beim Vorbereiten und beim Putzen braucht man natürlich jede helfende Hand.

00:05:44: Meine Eltern unterstützen mich jetzt schon seit das fünfte

00:05:47: Jahr.".

00:05:50: Und die Familie ist noch größer!

00:05:53: Andis Schwester Tamara kümmert sich vor allem um die Küche – und Andis Freundin Antonia arbeitet auch mit.

00:06:01: da wo sich die angehende Juristin nützlich machen kann.

00:06:04: Ich glaube, am meisten wenn ich eigentlich im Service tätig und beschäftige mich mit den Gästen, wenn ich hier bin und nicht auf der Hüsche bin dann versuche ich möglichst mit den Emails und so was hinterherzukommen.

00:06:13: aber ja auch mehr so ein Hintergrundkämpfer.

00:06:19: Antonia kommt aus Köln ist in Bayern aufgewachsen und zum Jurastudium zurück ins Rheinland gegangen Dass ausgerechnet eine Kölnerin einmal regelmäßig auf einer Hütte hoch über dem Vögendteil arbeiten würde, ist allerdings nicht ganz so zufällig wie es klingt.

00:06:39: Die Verbindung zur Osttirol beginnt schon in ihrer Kindheit.

00:06:43: Ich war eigentlich seit kleines Mädchen mit meinen Eltern immer wieder in den Bergen und eigentlich immer im Vögenteil in Osttiru.

00:06:54: Ich dachte, ich arbeite mal im Sommer auf der Hütte.

00:06:56: Und so bin ich auf die Bahn-Mattreihütte

00:06:58: gekommen.".

00:06:59: Dort lernt sie Andi kennen!

00:07:01: Damals im Sommer hat es zwar nicht auf Annib gefunkt – eher so nach und nach

00:07:06: ... Aber doch wenn wir uns das, glaube ich, im ersten Sommer hier alle sehr gut verstanden haben.

00:07:10: Das war wirklich eine tolle Arbeit mit dem ganzen Team.

00:07:14: Wenn man sich mit der Zeit ein bisschen kennenlernt oder in den Bergen unterwegs ist, dann passiert das mal...

00:07:22: Doch zu den Menschen der Bonn-Mattreier-Hütte gehören nicht nur diejenigen, die heute hier arbeiten.

00:07:29: Andere haben dieses Haus gebaut, erweitert und über Generationen erhalten – und manche Verbindung reicht rund sechshundert Kilometer Luftlinie weit!

00:07:40: Von Osttirol nach Nordrhein-Westfalen von der Isel bis zum Rhein.

00:07:45: Und das seit mehr als neun Jahrzehnten.

00:07:56: Die Hütte erzählt Geschichte Von Mattrei erhütte, darf man mit Fug und Recht als etwas Besonderes bezeichnen.

00:08:17: Sie gehört zwei Alpenvereins-Sektionen in zwei Ländern – der Sektion Mattrei im Osttirol des österreichischen Alpenvereins und der Session Bonn des deutschen Alpen Vereins.

00:08:31: Die Ursprünge der ungewöhnlichen Zusammenarbeit reichen bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück, weiß Andreas Reiner.

00:08:40: Die Sektion Bonn hatte in Südtirol die Bonnerhütte und die Italiener haben die Hütten enteignet.

00:08:50: Dadurch ist der Sektionsbonn ohne Hütter dargestanden, und der damalige Vorsitzende hat dann in Matra zufällig Urlaub gemacht und mitbekommen dass die Sektionen Matra diese Hütte hier baut.

00:09:09: Und das Sektion Mattere war eine kleine Sektionssession.

00:09:13: Natürlich haben da ein bisschen finanziellen Mittel gefehlt und die haben sich zufällig getroffen, die Vorsitzenden von der Sektionen Bonn und Mattere.

00:09:28: Sektione Bonn hat eine Hütte gesucht, Sektión Mattere hat einen Geldgeber gebraucht und dann ist er Vorsitzende.

00:09:36: rausgefahren nach Bonn hat das in der Sektion besprochen.

00:09:42: Und ja, so ist die Partnerschaft dann

00:09:44: entstanden.".

00:09:45: Diese Zusammenarbeit übersteht auf den Zweiten Weltkrieg.

00:09:50: In den neunzehnhundertsiebziger- und frühen Ninzenhundertachzigerjahren modernisieren und erweitern die österreichischen und deutschen Bergfreunde Die Hütte.

00:10:00: Die gemeinsame Trägerschaft funktioniert bis heute – bestens!

00:10:05: wie Lukas Brugger findet.

00:10:08: Er ist Oppmann der Matraeer Alpenvereins-Sektion und froh, mit Josef Mundorf dem Bonner Hüttenwart einen erfahrenen Kollegen an der Seite zu haben.

00:10:17: Ich stelle ein lustiger, feiner Kerl, der hat ein gutes Gespür, wie das ablaufen sollte, finde ich oder wir sind nur zumindest auf der gleichen Wellenlänge, das ist schon alles Wichtige, oder?

00:10:29: Und er sagt so, sie sitzen im Bann, seien weit weg von einer Hüte.

00:10:35: Deswegen lassen sie uns sozusagen die Arbeit über.

00:10:37: Und wenn wir Entscheidungen treffen, dann stehen Sie eigentlich hinter den Entscheidungen.

00:10:44: Wenn es irgendwas gibt, dann telefonieren wir einfach spontan gemeinsam und da lassen Sie uns eigentlich gewähren sozusagen.

00:10:56: Zwei Sektionen zwei Länder eine Hütte.

00:11:01: Manche Geschichten sind fast so alt wie das Gebäude selbst.

00:11:05: Sie hinterlassen sichtbare Spuren, z.B.

00:11:09: in der Zürbenstube.

00:11:11: Dort steht ein Kachelofen, ungefähr neunzig Jahre alt.

00:11:15: Er warmt noch immer und hübsch anzusehen ist er auch.

00:11:20: Da hat man ein paar Schrammen oder Marken.

00:11:25: Vor zehn Jahren waren da ein paar Einheimische herum auf der Hütte.

00:11:32: unerlaubt Zugriff verschaffen an der Hütte, haben ein bisschen Wein getrunken.

00:11:37: Und durch den Wein haben sie halt ein bissel randaliert und seitdem hat er die Marken.

00:11:44: Also der Ofen funktioniert super weiterhin.

00:11:48: Er hat halt ein paar Nalkmale von der Gewissen auch.

00:11:54: Heute müssen sich Bonn und Mattrei allerdings weniger darum kümmern was vor Jahrzehnten mit einem Kachelofen passiert ist.

00:12:02: Ein hochalpinnes Schutzhaus verlangt jeden Tag Aufmerksamkeit.

00:12:07: Vom Pechter genauso wie von den beiden Sektionen und vor allem von denen, die hier oben arbeiten.

00:12:20: Die Arbeit – Verland Beweglichkeit Kochen Servieren Gäste empfangen Betten herrichten Bestellungen organisieren.

00:12:37: Und wenn irgendwo etwas nicht funktioniert lässt sich hier oben nicht mal eben schnell der nächste Handwerker rufen.

00:12:45: Hüttenwirt ist ein Beruf für Menschen, die vieles können.

00:12:49: Oder bereit sind, vieles zu lernen!

00:12:52: Andi Reiner bringt dafür eine Ausbildung mit, die zunächst wenig nach Kaiserschmarrn und Knödeln klingt.

00:12:59: Ich habe eigentlich eine Hartronikmaschine studiert und bin über den Winter in Lienz unten und durch SPS programmiert.

00:13:13: Speicherprogrammierbare Steuerung.

00:13:16: Im Winter programmiert Andreas Reiner Maschinen, im Sommer führt er eine Alpenvereinshütte.

00:13:23: Sein Arbeitgeber stellt Andi für die Hüttenzeit großzügig frei – keine Selbstverständlichkeit!

00:13:30: Was ist das für ne Firma?

00:13:32: Die dir dann im Sommer quasi drei fast vier Monate freigibt damit du hier als Wirt Dich sagen wir mal einbringen kannst.

00:13:41: Also ist der Dustphototeinig, also eine super Firma.

00:13:45: Das klappt jetzt schon seit fünf Jahren mittlerweile, dass er im Sommer auf die Hütte rauf und im Winter gehen kann man immer wieder gerne noch liegen.

00:13:56: zu den Firmen Wohinlicht,

00:13:58: das haben die so bergbegeisterte Geschäftsführerinnen.

00:14:04: Ist das Management grundsätzlich Alpine gegenüber sehr gewogen?

00:14:09: Also eigentlich den ganzen Mitarbeiter oder Vorgesetzten des seien als Autor begeisterte Leute und ich glaube auch deswegen ein bisschen.

00:14:20: ist es Verständnis da dass wir die Vereinbarung da getroffen haben.

00:14:28: Zwei Arbeitswelten, die weniger weit auseinander liegen als es zunächst klingt.

00:14:34: Denn technische Probleme gehören auf einer Hochalpine-Hütte ebenso zum Alltag wie Kochen und Gästebetreuung.

00:14:42: Ja man muss schon ein bissel an alle Rahmen sein.

00:14:46: Gerade wenn's die Technik umgeht, Wurst, ob das mit Strom ist oder mit dem Wasser.

00:14:54: Man muss auch bisschen die Gästen unterhalten können.

00:14:57: Sollte man etwas kochen, solltet man ein bisschen kochen.

00:15:03: Man braucht schon noch etwas Null an.

00:15:08: In der Küche der Bonn-Mattreierhütte beginnt vieles nicht erst am Herd.

00:15:13: Andi und seine Familie versuchen einen möglichst großen Teil ihrer Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung zu beziehen.

00:15:22: Milch-, Käse- und Butter kommen von der Schmiedleralm – direkt an der Talstation der Materialseilbahn.

00:15:29: Das Rindfleisch liefert die Landwirtschaft seiner Schwester.

00:15:33: Wild kauft Andi von der Ortlichen Jägerschaft, vieles ist Haus gemacht.

00:15:40: Das heißt im Hochgebirge allerdings auch alles was verarbeitet wird muss erst einmal hier hinauf kommen.

00:15:48: Seit fourhundneunzig übernimmt den größten Teil dieser Arbeit die Materialsaalbahn.

00:15:54: Von der Schmidler Alm bis zur Hütte überwindet sie rund sixhundertfünfzig Höhenmeter auf einer Strecke von einskommar vier Kilometern.

00:16:03: Ihre maximale Last, zweihundfünftig

00:16:06: Kilogramm!

00:16:12: Ja also die Materialseilbahn ist für uns fast nicht mehr wegzudenken.

00:16:18: Wir machen die komplette Hüttenversorgung mit der Materialseilenbahn, die Eindäckungen.

00:16:24: Mitarbeiter dürfen damit fahren, Firmen.

00:16:29: Was auf der Hütte was zu tun haben, ist wichtig.

00:16:33: Jetzt holen wir sie wieder zurück.

00:16:35: Ein bisschen Windigkeit.

00:17:19: Nicht weil es so viel Spaß macht oder lustig wäre.

00:17:22: Meist hat sich ein Gast verletzt, der versorgt und ins Tal gebracht werden muss.

00:17:28: Dann ist schnelles und bedachtes Handeln von Nöten.

00:17:32: Die Arbeit auf einer Schutzhütte ändert eben nicht am Tisch in der Gaststube.

00:17:38: Rechts ist das Seilkopf mit einem Kreuz.

00:17:42: Davor ist das seilspitz.

00:17:44: Da gehen ein paar Kletterrouten hoch.

00:17:46: Und links hinten ist der hohe Eichheim.

00:17:50: Von hier aus zumindest schneefrei zu sein scheint.

00:17:54: Der Gipfelgrat oder das letzte Stück ist

00:17:57: schneefreier.".

00:17:59: Die Hütte steht im Hochgebirge, wer hier übernachtet kann am nächsten Morgen weiterwandern – oder noch höher hinaus!

00:18:09: Direkt hinter dem Haus liegen Raukopf und Seilkopf.

00:18:13: Anspruchsvoller sind Mitereckspitze und hoher Eichharm.

00:18:18: Andi Reiner kennt diese Berge.

00:18:20: Er ist Selbstbergsteiger, schaut sich Wege und Verhältnisse an.

00:18:25: Und

00:18:25: kann schon beim Blick aus der Hütte erkennen, wo noch Schnee liegt.

00:18:30: Normalerweise schaue ich mir die Wege selbst an.

00:18:35: Ich gehe selber immer wieder vorn für den Gipfel zum Schauen wie die Verhältnissen sind.

00:18:40: Ob die Markierungen passen oder nicht?

00:18:43: Ich freue immer wieder die Gäste oder Bekannte, wie die Verhältnisse aktuell sind.

00:18:50: Und die Infos geben natürlich anderen Gästen

00:18:53: weiter.".

00:18:54: Diese

00:18:54: Erfahrung ist wichtig – denn nicht alle Wege rund um die Bonn-Mattreier-Hütte sind einfache Wanderwege.

00:19:02: Eine der großen Verbindungen führt über den Venediger Höhenweg eine Etappe mit etwa fünf Stunden Gehzeit und gesamt rund eineinthausend dreihundert Höhenmetern in Auf- und Abstieg.

00:19:16: Anspruchsvolle kurze Stellen inklusive.

00:19:20: Lukas Brugger, der Obmann der Alpenvereins-Sektion Mattrei kennt den Weg!

00:19:25: Der ist schon ein schöner Weg wie du eben beschrieben hast über die alten Staaten.

00:19:30: Das ist gar nicht so gefährlich oder?

00:19:31: ja ich bin auf dem Steinschlag jetzt ein bisschen weit am vollen Helden zu Drogen an.

00:19:36: Da war das jetzt immer ein langer Zustieg von einer Partnerhütte her Und um mal zu Baden-Hütte zu kommen, muss man schon ein Stückchen gehen.

00:19:46: Also das ist schon weiter weg aber immer sehr schöner

00:19:48: Weg.".

00:19:49: Schön und nicht ungefährlich – zwei Eigenschaften die in den Bergen dicht beieinander liegen können.

00:19:57: Deshalb gehört zur Arbeit eines Hüttenwirts auch Alternativen zu kennen….

00:20:02: …und manchmal reicht dafür ein Telefonat!

00:20:08: haben sie gesagt, das braucht's unbedingt.

00:20:14: Ja, es wird auch so laut passen.

00:20:21: Schlauft das bei uns herum?

00:20:24: Ah ja!

00:20:25: Das ist der Rauchhopf.

00:20:27: Da waren schon mehrere oben.

00:20:29: Der geht sich her besser.

00:20:33: Aber es ist ein Falsallkopf, da hat er Steigassen mitgenommen und für den RauchHopf genügend Krödel.

00:20:40: Okay, passt gerne.

00:20:42: Für die ist's auch was.

00:20:46: Grödel statt Steigeisen.

00:20:49: Nicht jede Beratung endet mit dem ursprünglich geplanten Ziel.

00:20:54: Andi weiß auch, was passieren kann wenn etwas schiefgeht.

00:20:58: Er ist selbst Mitglied der Bergrettung.

00:21:01: Die Bonn-Mattreierhütte ist Meldestelle für Alpineunfälle.

00:21:06: Bei rund zweitausend Fünfhundert Übernachtungsgästen und hundertentages Gästen bleiben kleinere Verletzungen nicht aus.

00:21:13: Bisher sind wir Gott sei Dank ein bisschen verschont geblieben.

00:21:18: Also kleine Kärten gibt es immer wieder, also Knöchel verstaucht oder Blasen ... Das kommt immer wieder vor aber größere Unfälle gab's

00:21:32: noch nicht.

00:21:33: Lässt ein verstauchter Knöcher keinen Abstieg mehr zu schließt sich der Kreis zur Materialseilbahn.

00:21:40: Verantwortung auf einer Schutzhütte beginnt also lange vor einem Unfall.

00:21:45: Beim Blick auf den Berg, beim Kontrollieren eines Weges, beim Gespräch mit zurückkehrenden Gästen und manchmal mit einem Satz am Telefon – der andere Weg passt heute besser!

00:22:07: Der Weg führt zur Hütte.

00:22:13: Zur Bonn-Mattreier-Hütte führt nicht nur ein Weg Sie liegt in einem dichten Netz aus Hütten-, Höhenwegen und Gipfelzielen im Vörgental.

00:22:24: Wer aus dem Tal kommt, kann zwischen verschiedenen Zustiegen wählen.

00:22:29: Josef Mundorf der Hüttenwart der DAV-Sektion Bonn hat über die Jahrzehnte seinen persönlichen Favoriten gefunden.

00:22:36: Das ist der Zustieg von etwas unterhalb des Bodenalms.

00:22:41: Die ist erreichbar über eine kleine Mautstraße.

00:22:44: Da kann man sein Auto abstellen, da kann man auf zwei verschiedenen Wegen über die Niljoch heute.

00:22:50: Das ist der von mir

00:22:52: bevorzugte.

00:22:53: Über die Niljoch-Hütte und die Schmiedleralm führt der Normalweg hinauf, doch das ist nur eine Variante.

00:23:01: Mundorfskollege von der Alpenvereinz-Sektion Mattrei Lukas Brugger ...

00:23:06: Und in Zeiten des E-Bikes natürlich auch da gemütlichstörig, weil dann kann man infirgen unten parken.

00:23:13: Dann fährt man mit einem E-Beikaufen auf den Schmiederolmen.

00:23:20: Ja, schon noch

00:23:21: vielleicht

00:23:21: eineinhalb oder

00:23:22: zwei Stunden.

00:23:23: Weil man gemütlich geht auf die Bermattreihüte.

00:23:25: Das ist vielleicht der gemütliche Weg hier.

00:23:27: Und das Nildale ist ja ein schöner Hüter.

00:23:30: Man kann auch über den Gotscharnalben auf die Pormattreiehüte gehen.

00:23:33: Gotschaunalben ist auch für einen sehr gute Alben.

00:23:36: Der auch so ein schönen Platz und von einer anderen Seite kann man da von Richtung Eisehüttel und so weiter hergehen.

00:23:46: Also es gibt schon einige Wege,

00:23:47: die

00:23:48: sehr schön sind.

00:23:50: Wer dann oben an der Bonn-Mattreierhütte ankommt, versteht auf Anhieb, warum dieser Platz etwas Besonderes ist.

00:23:58: Die hat aber wirklich eine ganz spezielle Lage, weil die hat natürlich auch einen Rundum Panorama, das man nicht so häufig hat.

00:24:06: Man kann bei gutem Wetter und klarer Sicht bis nach Slowenien gucken, also guckt in die hohen Tauern rein.

00:24:12: Man sieht die ganz großen Berge, die hier eben zu finden sind.

00:24:17: Warum hat sich diese Sektion?

00:24:18: Matrae und auch dann die Bonner-Sektion ausgerechnet diesen Platz ausgesucht.

00:24:24: Das war sehr ehrlich gesagt nicht,

00:24:25: aber

00:24:26: erst weil es interessant ist.

00:24:28: Vielleicht hat's in Mordrecht keinen passenden Grund oder was geben?

00:24:31: Weil schon auch nicht so leicht immer da was passendes zu finden.

00:24:35: Aber hier oben ... Ja, weiß nicht warum, aber auf aller Fälle ist das wirklich.

00:24:39: Die Vierger Sonnseite dort ist wirklich ein schöner Platz.

00:24:55: Die Gastfreundschaft braucht Grenzen!

00:25:04: Im Gastraum der Bonn-Mattreierhütte sitzen Menschen, die sich vorher nie begegnet sind.

00:25:10: Einige bleiben nur für eine Mahlzeit, andere über Nacht.

00:25:15: Manche kommen aus dem Vögental, andere von weit her.

00:25:20: Am nächsten Morgen verteilen sie sich wieder auf die Wege und Gipfel rund um die Hütte.

00:25:26: Antonia mag genau das am Hütten leben!

00:25:29: Und als Rheinländerin findet sie dafür eine passende Beschreibung.

00:25:33: Das Schöne an einem Hüttenleben ist, dass jeder kommen kann so wie er ist und man verbringt netten Abend und am nächsten Tag geht jeder wieder seiner Wege.

00:25:41: Eigentlich passt vielleicht nach Kölschem Grundgesetz ganz gut, jeder Jäck ist anders.

00:25:46: Es wird kürzt, das ist auf der Hütte auch immer wichtig.

00:25:49: Man ist eigentlich nie auf alles vorbereitet.

00:25:53: Improvisieren gehört zum tagtäglichen Geschäft.

00:25:57: Auf Menschen reagieren, die Antonia nicht kennt.

00:26:00: Situationen bewältigen sie sich nicht planen lassen.

00:26:04: Sie sagt auf einer Hütte verschieben sich auch ihre eigenen Grenzen zum Beispiel wenn Gäste auf vier Pfoten ankommen.

00:26:14: Harald stammt aus Dingolfing in Niederbayern.

00:26:18: Gemeinsam mit seinem Nachbarn ist er zur Bonn-Mathreyerhütte gegangen und der Nachbar hat seinen Hund mitgebracht.

00:26:26: Wer mit einem Hund ins Hochgebirge unterwegs ist, sollte allerdings ein bisschen mehr einpacken.

00:26:32: Er hat alle mögliche Ausrüstung – viel Wasser natürlich!

00:26:36: Aber so Schutschschuhe

00:26:38: und ...

00:26:40: Ein Wärmesack und alles

00:26:42: Zeug für einen Hund zum

00:26:43: schützen.

00:26:44: Der ist unverwüstlich.

00:26:46: Also der ist Tee-und hart im Nehmen

00:26:48: sozusagen?

00:26:49: Ja.

00:26:50: Der geht ... ... auf eine Achtzehnhunderthöhenmeter oder fünfundzwanzig Kilometer.

00:26:57: Wer mit Hund mehrere Tage von Hütte zu Hüttewandern möchte, sollte auch die Übernachtung genau planen.

00:27:04: Denn nicht jedes Schutzhaus nimmt Tiere auf!

00:27:08: Auf der Bornmattreierhütte geht es – aber nicht ohne Regeln betont Hüttenwirt Andreas Reiner.

00:27:17: Gäste mit Hund ist nur möglich durch vorherige Absprache mit uns.

00:27:23: Und nur, wenn die Gäste in einem eigenen Zimmer schlafen können.

00:27:28: Also wir haben ein Ordoppelzimmer und wenn die Geister zu zweit mit Hund sind, da muss das Zimmer halt frei sein.

00:27:35: Sonst geht's nicht her!

00:27:41: Das Erbe trifft auf Ideen.

00:27:47: Bei einem Haus, dass seit mehr als neunzig Jahren in der Welt der Dreitausender steht, sind die Aufgaben vielfältig und anspruchsvoll.

00:27:56: Wind, Schnee, Frost und kurze Sommer Setzen der Bonn-Mattreuer Hütte zu.

00:28:02: Dazu kommen Anforderungen, die ihre Erbauer nicht kennen konnten.

00:28:08: Andi Reiner ist deshalb nicht nur Pächter – er ist vor Ort auch Bindeglied zu den Eigentümern.

00:28:15: Es liegt natürlich auf der Hand, weil Mattreier zehn Kilometer entfernt von hier ist.

00:28:22: Wir treffen uns außerhalb von der Saison manchmal besprechen Dinge des Sechstions Mattreiers.

00:28:28: Kommt auch regelmäßig zu uns hier hoch.

00:28:31: Und die Sektion Mattre klärt dann die wichtigen Dinge im Hintergrund mit der Sektionsbonne, ja?

00:28:38: Von der Seksion Bonn kommt ein Hüttenwald, der besucht mich einmal im Jahr und so reden wir über allgemeine Sachen von der

00:28:48: Hütte.".

00:28:50: Wie beispielsweise das Wasserproblem.

00:28:53: Daraus entstand ein gemeinsames Projekt für Bonner & Mattreier Eine neue Wasserversorgung.

00:29:00: Das ist keine kleine Reparatur, sondern eine Investition im sechsstelligen Bereich.

00:29:06: Wir haben zum Jahr so gesagt, die Wasserversorgen kostet ca.

00:29:09: twohunderttausend Euro das Neu zu machen.

00:29:12: und dann wissen wir ja, dass Teilen uns die kosten also hunderttaussend pro Sektion.

00:29:16: Die Energie natürlich feiner wenn man nur hundertdausend EUR zu finanzieren hat wie zweihundert dausend ist natürlich super!

00:29:22: Damit wird aus der ungewöhnlichen Konstruktion ein Modell, das bis heute funktioniert.

00:29:28: Getragen von ehrenamtlichen Mitgliedern beider Sektionen – sie kommen regelmäßig hinauf zur Bergmesse zum Saisonauftakt zu Müllsammelaktion oder um bei kleineren Ausbesserungsarbeiten mit anzupacken.

00:29:44: Die Bonn-Mattreierhütte ist gemeinsames Eigentum auf dem Papier und gemeinsame Aufgabe am Berg.

00:29:52: Das ändert aber nichts daran, dass ein in die Jahre gekommenes Gebäude irgendwann grundlegendere Arbeiten verlangt.

00:30:00: Josef Mundorf kennt die Bonn-Mattreier-Hütte seit rund vierzig Jahren.

00:30:05: Als Hüttenwart der Bonner Sektion beschäftigt ihn inzwischen zunehmend die Bausubstanz.

00:30:11: Zu machen ist eine ganze Menge und wir haben vor zwei Jahren glaube ich war das eine Bestandsaufnahme.

00:30:19: Es war ein Angebot des deutschen Alpenfeins.

00:30:22: Die haben wir durchführen lassen und dabei sind erhebliche Baumengel zu Tage gekommen.

00:30:27: Und die werden wir jetzt, wenn wir jemanden beauftragen ... Das macht aber Lukas Brugger ein Konzept zu entwerfen wie das Peu à peu step by step sozusagen in den nächsten Jahren abgearbeitet werden

00:30:42: kann.".

00:30:43: Zu tun ist immer etwas sei es die Wasserversorgung, das Fundament oder das Dach.

00:30:50: Deshalb lautet die Strategie kleinere Mängel beheben, bevor daraus große werden.

00:30:55: Es sind einige Baustellen, die wir halt immer so wieder machen.

00:30:58: So um jedes Jahr versuchen wir, was zu machen.

00:31:01: Weil wenn man auf der Meinung sagt ... Wenn man sich nicht darum kümmert, damit die Baustelle irgendwann so groß ist, dass es gar nicht mehr zu finanzieren geht.

00:31:09: Deswegen ist Ekscheider immer wieder etwas machen, damit noch dranbleibt.

00:31:15: Das bedeutet nicht, dass eine alte Alpenvereinshütte zwangsläufig immer komfortabler werden muss.

00:31:22: Gerade darin liegt vielleicht die schwierigste Aufgabe.

00:31:26: Das Haus soll funktionieren, ohne seinen Charakter zu

00:31:29: verlieren.".

00:31:36: Wir haben eine Blockheitswerke oben.

00:31:55: Es ist schon Technik vorhanden bei der Hütte, aber es ist durch die Bewirtschaftung der Hüter nicht anders möglich, dass man auf die Technik oder Strom verzichten kann.

00:32:08: Das geht sich mit der Größe einfach mit aus.

00:32:10: Der

00:32:16: Wunsch gilt der Zukunft!

00:32:25: Ein Sommer auf der Bonn-Mattreierhütte dauert nur wenige Monate – im Herbst schließt sich die Hütentür Andi kehrt ins Tal zurück.

00:32:35: Aus dem Hüttenwirt wird wieder der Mechatroniker, der in Lien's Maschinen programmiert – Zeit für ein anderes Leben.

00:32:44: Zumindest für eine Weile!

00:32:46: Denn irgendwann ruft die Hütte wieder….

00:32:48: Das ist bei mir meistens so um den Weihnachtszeit.

00:32:51: Da fang es schon wieder ein bisschen zu kribbeln und da gefreuen wir uns auch schon wieder auf die

00:32:57: Hüter.".

00:32:58: Vermutlich braucht es genau dieses Gefühl, um eine Schutzhütte jeden Sommer aufs neue Mitleben zu füllen.

00:33:05: Eine in der Wasserknapp ist – in der vieles selbst gemacht wird!

00:33:11: Ein Haus das zwei Alpenvereins-Sektionen seit mehr als neunzig Jahren gemeinsam tragen.

00:33:17: Zwei-tausendzweiunddreißig feiert die Bonn-Mattreier-Hütte ihren hundertsten Geburtstag.

00:33:24: Noch liegt das Jubiläum in weiter Ferne.

00:33:28: Etwa zweihundert Meter von der Hütte entfernt befindet sich eine kleine Kapelle, in die Felswand gehauen.

00:33:35: Davor hängt eine Glocke!

00:33:41: Ich glaube es ist die höchstgelegene

00:33:42: Felsenkapelle in Osttirol oder gar in ganz Tirol.

00:33:46: klär mich auf.

00:33:46: Früher

00:33:47: haben sie gesagt die Höchste der Ostalpen.

00:33:50: Die höchste Felskapeller der Ostalpen.

00:33:59: Da haben sie als Vorbild, wo die Felskapelle im Geschloss in Matra draußen.

00:34:08: Die wird tatsächlich genutzt?

00:34:09: Das heißt, da kommen Leute her und ...

00:34:12: Es kommen viel einheimische Her, legen Stauberbilder ab, zählen den Kerzen an.

00:34:20: Also das ist schon ein wichtiger Ort für die einheimischen Hunden im Tal.

00:34:27: Alpenverein

00:34:28: Basecamp

00:34:29: der

00:34:30: Podcast des österreichischen

00:34:31: Alpen Vereins.

00:34:39: Diese Podcast wird Ihnen präsentiert von der Generali.

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